Die Schlüsselrolle des Patronatskomitees im Stiftungsfundraising

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Wenn ein Verein aus dem Kultur- oder Sportbereich eine grössere Veranstaltung plant, wird oft zusätzlich zum Organisationsteam ein Patronatskomitee ins Leben gerufen. Es besteht aus Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die durch ihre Mitgliedschaft das Vertrauen in die veranstaltende Organisation stärken und hinter dem Anlass stehen.

Auch in der Politik sind solche Unterstützungskomitees inzwischen Standard geworden. Sie helfen dabei, das Interesse an der politischen Auseinandersetzung und Mitwirkung in der Zivilgesellschaft zu steigern.

Das Patronatskomitee als Vertrauensgarant

Im Kontext des Fundraisings für gemeinnützige Organisationen und Stiftungen ist das Patronatskomitee ebenfalls ein starkes Instrument. Es dient nicht nur als vertrauensbildende Massnahme, sondern wird zunehmend zu einem wichtigen Multiplikator für eine erfolgreiche Mittelbeschaffung. Doch wie stellt man ein solches Komitee richtig auf? Welche Aufgaben und Verantwortungen kommen den Mitgliedern zu? Und wie profitiert die Organisation von dieser Unterstützung?

Wir empfehlen, folgende Aspekte bei der Gründung eines Patronatskomitee zu beachten:

Zusammenstellung des Gremiums

Die Zusammenstellung des Patronatskomitees sollte verschiedene Faktoren berücksichtigen:. Ein ausgewogener Mix von Geschlechtern und Funktionen sorgt für eine breitere Zugänglichkeit und macht das Gremium für verschiedene Zielgruppen interessant. Es ist wichtig, dass die Mitglieder über die nötigen Qualifikationen und die entsprechende Ausstrahlung verfügen – sei es auf politischer, wirtschaftlicher oder persönlicher Ebene.

Eine besondere Bedeutung hat auch die geografische Verankerung: Persönlichkeiten aus der Region, in der das Projekt angesiedelt ist, können die Akzeptanz und die Identifikation mit dem Projekt stärken und einen besonders wichtigen Beitrag leisten.

Der richtige Einstieg: Die persönliche Kontaktaufnahme

Nachdem die Verantwortlichen der Spendenkampagne eine Liste von möglichen, passenden Patronatsmitgliedern erstellt hat, sollte immer eine persönliche Kontaktaufnahme erfolgen, am besten durch ein Mitglied des Vorstandes oder des Stiftungsrates. In diesem Gespräch geht es darum, das Projekt vorzustellen und darzulegen, warum gerade die kontaktierte Person gebeten wird, sich zu engagieren. Das persönliche Gespräch ist entscheidend, um das Interesse das Projekt zu wecken und das Gegenüber für die gute Sache zu gewinnen, aber auch herauszufinden, ob die angefragte Person auch wirklich das gewisse Mass an Identifikation für dieses Engagement mitbringt. Ohne eine klare Themenaffinität funktioniert es nicht.

Klärung der Erwartungshaltung

Bevor ein Patronatsmitglied seine Unterstützung zusagt, will es in der Regel wissen, was von ihm erwartet wird und welchen Aufgabenbereich ein mögliches Engagement beinhalten würde. Daher ist es wichtig, klare Informationen über die Aufgaben und den ungefähren zeitlichen Aufwand zu bereitzustellen. Das bietet eine Orientierungshilfe und hilft, Missverständnisse zu vermeiden.

Die Leitung des Patronatskomitees

Ein Patronatskomitee braucht klare Strukturen und eine definierte Kommunikation, damit seine Unterstützung von Erfolg gekrönt ist. Die einzelnen Mitglieder sind in der Regel starke Persönlichkeiten, die es gewohnt sind, unabhängig und direkt zu agieren. Die besondere Herausforderung besteht darin darauf zu achten, dass alle Aktivitäten im Zusammenhang mit der Kampagne immer zuerst mit den Verantwortlichen der Spendenkampagn abgesprochen werden und Patronatsmitglieder nicht eigenmächtig aktiv werden. Auch gut gemeinte «unguided missiles» können grossen Schaden anrichten!

Wertschätzung und Beziehungsmanagement

Patronatsmitglieder investieren ihre Zeit und ihren Ruf in das Projekt – und das in der Regel unentgeltlich. Sie exponieren sich in der Öffentlichkeit, gegenüber potenziellen Geldgebern und stellen sich mit ihrer Person in den Dienst einer „guten Sache“. Ihre Unterstützung und ihr Engagement verdienen Anerkennung.  Ein respektvoller Umgang sowie regelmässige, wertschätzende Kommunikation sind daher unverzichtbar. Eine gemeinsame Auftaktveranstaltung des Leitungs-und Kampagnenteams mit den Mitgliedern des Patronatskomitees zu Beginn einer Spendenkampagne fördert das „Wir-Gefühl“,  bietet einen individuellen Austausch und stärkt die Zusammenarbeit zwischen den Verantwortlichen der Organisation und dem Patronatskomitee.

Fazit: Der Erfolgsfaktor Patronatskomitee

Ein gut aufgestelltes Patronatskomitee kann den Erfolg einer Spendenkampagne oder eines Projektes massgeblich beeinflussen. Es sorgt nicht nur für zusätzliche Glaubwürdigkeit und Sichtbarkeit, sondern kann auch auch Türen zu wichtigen Netzwerken und potenziellen Geldgebern öffnen. Durch sorgfältige Auswahl, klare Kommunikation und Wertschätzung gegenüber den Patronatsmitgliedern wird aus dem Komitee ein wertvoller Partner im Stiftungsfundraising – und ein entscheidender Multiplikator auf dem Weg zum langfristigen Erfolg.

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Nicole Lauener

Nicole Lauener bringt als diplomierte Fundraiser Managerin ZHAW fundiertes Fachwissen im Bereich Fundraising Management mit und verfügt über langjährige Erfahrung in der Gewinnung und Beziehungspflege von Förderstiftungen und Major Donors. Es ist für sie eine besondere Freude, in unterschiedliche Kulturen von Non-Profit-Organisationen einzutauchen und diese in ihrer Mittelbeschaffung fachkompetent zu beraten.

Die engagierte Netzwerkerin und ehemalige Gemeinderätin interessiert sich für gesellschaftspolitische Themen und ist Mitglied des Berufsverbandes swissfundraising. Sie engagiert sich als ehrenamtliche Stiftungsrätin und unterstützt als Fundraiserin «ProBono» ein Wasserprojekt in Mexiko.

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